Zoo-Besucher willkommen, aber ohne Auto

Ein Kredit der Stadt für die Dolder Kunsteisbahn ist neu an die Auflage gebunden, die trockengelegte Fläche an Spitzentagen im Sommer nicht mehr als Parkplatz für Zoobesucher zur Verfügung zu stellen. Verantwortlich dafür sind die SP und die Grünen. Wie sieht ihre Lösung für das Parkproblem Zoo aus?

Gemeinderat Balz Bürgisser, grüner Gemeinderat, plädiert für einen Umstieg auf den ÖV. Foto: zVg Mit den steigenden Temperaturen nimmt auch wieder die Zahl der Zoo-Besucher zu. Im Schnitt reist nur die Hälfte der Besucher mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an. Das ist für das Quartier eine Belastung in Anbetracht der Tatsache, dass der Zoo die Besucherzahlen im vergangenen Jahr um zwei Prozent auf 1,21 Millionen steigern konnte. Besonders an Sonntagen im Sommer kommt es durch die Zoo-Besucher, die mit ihrem Privatfahrzeug anreisen, zu erheblichen Parkproblemen. Deshalb stand an Spitzentagen die trockengelegte Fläche der Kunsteisbahn Dolder als Parkplatz zur Verfügung. Im vergangenen Jahr war das an sechs Tagen der Fall. Nun hat der Gemeinderat, das Stadtzürcher Parlament, dieser Praxis den Riegel vorgeschoben. Die Grünen, SP und AL unterstützen einen Vorstoss, wonach der Kredit der Stadt für die Kunsteisbahn von jährlich 375'000 Franken mit der Auflage verbunden ist, die Fläche nicht mehr als Parkplatz zu nutzen. Wie weiter? Gemeinderat Balz Bürgisser (GP) schlägt neue Massnahmen vor:

«Mit diesen 209 zusätzlichen Autoparkplätzen für den Zoo auf der Fläche der Kunsteisbahn Dolder wird ein falscher Anreiz gesetzt. Dieses zusätzliche Parkplatzangebot am Zielort spricht sich herum und beeinflusst bei den Zoobesuchern die Wahl des Verkehrsmittels. Die städtische Verkehrspolitik setzt auf eine Reduktion des motorisierten Individualverkehrs. Deshalb sind folgende Massnahmen zu realisieren: Via Internet und an allen ZVV-Automaten sollen Tickets für den Zoo-Eintritt gelöst werden können. Dabei soll das ÖV-Ticket – in einem gewissen Umkreis der Stadt Zürich – inbegriffen sein. An Spitzentagen sollen mehr Trams zum Zoo eingesetzt werden, und die Tramlinie soll bis vor die Masoala-Halle verlängert werden.

Eine neue Buslinie soll Witikon direkt mit dem Zoo und weiter mit dem Bahnhof Stettbach verbinden. Ein entsprechendes Postulat wurde im Gemeinderat im Herbst 2017 überwiesen. Falschparkierende in der Umgebung des Zoos sollen konsequent weggewiesen und gebüsst werden. Neben diesen konkreten Massnahmen ist eine intensive Kommunikation vonseiten des Zoos notwendig – mit der Botschaft: «In den Zoo – immer mit ÖV.» Dazu sollen der Zoo Zürich und die Stadt Zürich gemeinsam ein Kommunikationskonzept erstellen und umsetzen.

Duri Beer von der SP stellt ein grosses Engagement für den öffentlichen Verkehr fest: «Der Zoo bemüht sich in dieser Hinsicht sehr stark, wie die öffentliche Hand generell.» Bezüglich Parkplatz-Suchverkehr setzt er auf eine klare Beschriftung und Beschilderung der verfügbaren Parkplätze. «Sie bringen Klarheit und verhindern unnötigen Such-Verkehr.»

Foto oben: Wo im Winter Pirouetten gedreht werden, standen bisher im Sommer an Spitzentagen die Autos der Zoobesucher. Foto: DBFP

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18:00 h | 2. August 2018
ZOO Zürich