Schlappe für Baudirektion und Politestablishment

Das Baurekursgericht des Kantons Zürich hat den Rekurs des Vereins Zukunft Hochschulgebiet Zürich (AGBB) gutgeheissen. Die kantonale Baudirektion muss nun in Sachen Projekt Berthold über die Bücher gehen – auch wenn sie das Urteil weiterzieht.

Bisher war sich das Politestablishment von Kanton und Stadt einig. Das Projekt für das neue Hochschulgebiet muss wie geplant gebaut werden – ohne Zustimmung des Stimmvolkes. Die Zürcher Stadtregierung übte sich dabei in grosser Zurückhaltung: Das auf die bereits hohen Sockelbauten aufgesetzte Spitalhochhaus sowie der geplante Laborturm im Gloriarank sei eine kantonale Angelegenheit, die Stadt habe keinen Einfluss auf den Richtplan und die Gestaltungspläne.

Zürichberg verschwindet

Für viele Quartierbewohnerinnen und -bewohner blieb diese Haltung nicht nachvollziehbar. Denn die geplanten Baumassen schädigten das Stadtbild durch Verdichtung entlang der Gloria- und Sternwartstrasse massiv und trennten wegen der hohen Spitalbarriere am Fuss des Hangs den Blick aus den Quartieren auf die Stadt. Auch der Blick von der Stadt auf den Zürichberg wird durch den gewaltigen Riegel im Hang mit bis zu 50 Meter Höhe und einem Vorsprung von 100 bis 175 Metern stark eingeschränkt. Deshalb entstand der Verein Zukunft Hochschulgebiet Zürich AGBB, der gegen die Dimensionen des Projekts rekurierte.

Der Verein betont, dass er das neue Konzept des Gesundheitsclusters im Hochschulquartier begrüsse, aber zugunsten des Stadtbilds und einer Verhältnismässigkeit gegenüber Stadt und Wohnquartieren für ein deutlich massvolleres Konzept eintrete. Der Verein erachtet die massiven Sockelbauten des Spitals von 600 Metern Länge und den aufgesetzten Spitalkoloss von 512 Metern über Meer an der Gloriastrasse als überrissen und warnt vor den Folgen für das Stadtklima. Besonders die Bewältigung des Mehrverkehrs durch die Zunahme der Studentinnen und Studenten sowie von Forschungs- und Arbeitsplätzen habe man in keiner Weise im Griff, gibt der Verein zu bedenken.

Das Baurekursgericht folgte diesen Argumenten und hiess den Rekurs gut, was den Parteien am 26. März eröffnet wurde, wie der «Fluntermer» in Erfahrung brachte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann weitergezogen werden.

Foto: zVg

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18:00 h | 2. August 2018
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