Qual der Wahl – drei Kandidaten für das Präsidium

Für die 195 000-Franken-Vollzeitstelle des Kreisschulpflege-Präsidiums Zürichberg stellen sich am 10. Juni eine FDP-Kandidatin, ein Grüner und ein Parteiloser zur Wahl. Warum der parteilose Roger Curchod ein hochpolitisches Amt anstrebt.

Präsidentenkonferenz

Die Präsidien der sieben Kreisschulbehörden der Stadt Zürich bilden die Präsidentenkonferenz. Zusammen mit dem zuständigen Stadtrat steuert die Konferenz die Entwicklung der Zürcher Volksschule, indem sie Standards in den Schulen und Schulkreisen festlegt und mit dem Gemeinderat im Austausch steht.

Hört man den 48­jährigen Roger Curchod sprechen, beeindruckt er mit seinen Brüchen in der Biografie: Bankkarriere, CEO einer Vermögensverwalterin, Neuorientierung, Arbeit für Stiftungen, Vater zweier Söhne, der an der Nichtlohnarbeit partizipiert, aktiv im Elternrat als Präsident. Ein Mann also, der mit vielen Seiten des Lebens vertraut ist und dabei ganz auf Kommunikation setzt – offen und warmherzig. Seine Motivation, die Kreisschulbehörde Zürichberg zu leiten, liegt wohl in der Schulerfahrung mit seinen Söhnen. Genügt das? Die Kreisschulpflege sorgt zusammen mit den Lehrpersonen und den Betreuungspersonen für einen geregelten Schulbetrieb, der den gesetzlichen Vorschriften und Anordnungen entspricht. Da müssen Brücken gebaut und Missstimmungen relativiert werden, auch gegenüber Eltern. Curchod traut man dies gut zu. Und dass er den Sprung ohne Parteizugehörigkeit wagt, lässt ihn recht unabhängig erscheinen. Unterstützt wird er von der CVP, die als Familienpartei in Curchod den richtigen Mann für ein wichtiges Amt erkennt.

Béatrice Di Pizzo, die Kandidatin der FDP, erscheint derweil neben Roger Curchod als die Akademische. Soeben hat sie die Dissertation hinter sich gebracht, ist seit Kurzem Schulpflegerin im Waidberg, war in Basel an einer Berufsfachschule Abteilungsleiterin, früher Prorektorin in Luzern am Lehrerseminar und Lehrerin am Liceo Artistico in der Enge. Für was steht die 53­jährige Mutter eines schulpflichtigen und eines erwachsenen Sohnes? Für das Arrangieren, weil sie wisse, wie es laufe, was möglich sei und was eben nicht. Eine akademische Insidern also, die im Gespräch da und dort als Anwältin der Bildundgswissenschaft und der Lehrerschaft aufleuchtet.

Der Grüne Ralf Margreiter, mit 46 Jahren der jüngste des Kandidaten­Trios, ist derweil der Politikprofi. Er kennt als ehemaliger langjähriger Kantonsrat mit Schwerpunkt Bildung die politischen Mechanismen bestens, war von 2001 bis 2005 Mitglied der Schulpflege Zürichberg, Präsident der Aufsichtskommission über die Schuleinheiten Langmatt und Looren in Witikon. Der studierte Germanist spricht geschliffen kontrolliert, arbeitet bei der KV Zürich Business School in der Weiterbildung, ist Stiftungsrat beim Pestalozzianum, Mitglied der Schulkommission der Schule für Gestaltung Zürich und der städtischen Stipendienkommission. Das klingt nach einem Mitglied der Classe d’école, das allen immer einige Schritte voraus ist. Und das ist der Vater dreier Kinder zweifellos, was seine Partei und die SP als Vorteil werten.

Foto oben, von links nach rechts: Der Vermittler: Roger Curchod, Die Akademikerin: Béatrice Di Pizzo, Der Politikprofi: Ralf Margreiter. Foto: zVg.

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