Raumnot macht erfinderisch

Zuversichtlich trotz Raumnot, Schulleiter Urs Rechsteiner. Foto: DBFP

Das Schulhaus Fluntern hat Platznot, die in den nächsten Jahren noch zunehmen wird. Schulleiter Urs Rechsteiner bleibt aber zuversichtlich – dank kreativen Lösungen.

Die Schule Fluntern platzt an allen Stellen aus den Nähten. Sie unterrichtet heute 480 Kinder, aber die Kindergärtler und Primarschüler sind inzwischen auf vier Standorte verteilt: Schulhaus Fluntern, Schulhaus Heubeeribüel, Kindergarten Krähbühl (unterhalb der Kirche St. Martin) und Hochstrasse. Die Horte verteilen sich auf das Schulhaus Heubeeribüel, das Schulhaus Fluntern (2 verschiedene Horte), den Hort Vorderberg (im Gebäude des Restaurants Grain) und ab August 2017 auf den Gemeindesaal der Kirche Fluntern. Zudem wurden auf dem Gelände des Schulhauses Fluntern in einem Containerpavillon zwei Kindergartenzimmer und zwei Schulzimmer sowie ein Hort eingerichtet. Fazit: Es wird überall eng. «Die Eltern sind über unsere Situation informiert», sagt Schulleiter Urs Rechsteiner. «Sie ist eine Folge der Verdichtung im Quartier. Aus Villen wurden Mehrfamilienhäuser und auf grossen Grundstücken entstanden Neubauten. Das hat Folgen für die Schule.»

Raumangebote gesucht

Ein Beispiel: Durch die Verdichtung auf dem Areal der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich (ABZ) entstehen an der Toblerstrasse insgesamt 169 (sind es so viele? Wenn ich den Wohnungsspiegel sehe, zähle ich „nur“ 69 Wohnungen, welche anfangs 2018 bezogen werden; ob du noch die bereits erstellen Wohnungen dazugerechnet hast, weiss ich nicht) Wohnungen, also 55 Einheiten mehr als vor dem Abbruch der alten Genossenschaftswohnungen. Anfang 2018 werden alle Mehrfamilienhäuser bezogen sein. In einer der ABZ-Liegenschaften wird die Schule Fluntern-Heubeeribüel ab Sportferien 2018 einen Kindergarten und einen weiteren Hort für 21 bis 27 Kinder führen.

Urs Rechsteiner sucht aber noch weiteres Raumangebot. Eine Option wäre die Poststelle 8044 am Toblerplatz, die geschlossen wird und sich im Eigentum der Schweizer Post befindet. «Bezahlbare Räume für Schulzwecke in der Umgebung des Schulhauses Fluntern sind nicht leicht zu finden», räumt Rechsteiner ein. «Die Möglichkeit, den geschlossenen Kindergarten der katholischen Kirche St. Martin zu mieten, war für uns ein Glücksfall.» Am fernen Horizont zeichnet sich jedoch eine leichte Entspannung ab. 2019 wird das Schulhaus Bungertwies, das bisher als Pilotprojekt einer Tagesschule seit anfangs der 90er Jahre für für den ganzen Schulkreis Zürichberg operierte, als normale Tagesschule in den Schulkreis integriert. Sie bietet jetzt 132 Schulplätze sowie 44 Kindergartenplätze an und ist von 7 bis 18 Uhr geöffnet. In einer Tagesschule finden Unterricht und Betreuung unter einem Dach statt. Beide Bereiche sind im Sinne des Konzepts «Lebensraum Schule» eng verknüpft. Die Umwandlung des Schulhauses Bungertwies in eine Regeltagesschule führt zu einer Entlastung in Fluntern. Urs Rechsteiner denkt, dass dann mittelfristig 50 bis 60 Kinder von Fluntern dem Bungertwies zugeteilt werden. Auch weist die demografische Entwicklung auf einen künftigen Rückgang der Nachfrage nach Schulplätzen hin. Schulleiter Urs Rechsteiner gibt zu bedenken: «Eine Schule im Jahr 2017 benötigt flexibles Lehr- und Hortpersonal, jedoch auch Eltern, die der Schule positiv gegenüber stehen und trotz grosser Klassen wissen, dass ihre Kinder bestens aufgehoben sind.» Dieses Bewusstsein sei in Fluntern vorhanden.

Das Schulhaus Fluntern genügt nicht mehr den heutigen Raumbedürfnissen, die durch die Verdichtung im Quartier entstanden sind. Foto: DBFP

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