Ferienstimmung wie im Kurort

Seit vier Jahren unterrichtet Denise Biellmann auf der Kunsteisbahn Dolder Nachwachstalente. Sind sie heute besser als früher? Die ehemalige Weltmeisterin im Eiskunstlaufen zieht zum Saisonschluss Bilanz.

0317 gesellschaft denise biellmann portraitDenise Biellmann (rechts) mit ihren Schülerinnen bei der Besprechung nach dem Training im Dolder.

Bevor die Saison der Kunsteisbahn im Dolder endet, findet am Sonntag, 26. Februar 2017, ein Schaulaufen mit Pirouetten. Die wohl perfektesten Sprünge waren aber jeweils an Wochentagen zwischen 13 und 14 Uhr zu sehen, wenn Denise Biellmann für sich privat trainierte, um sich für den Unterricht vorzubereiten. Sie trainiert auf der Dolder-Kunsteisbahn, die mit 6000 Quadratmetern bis heute die grösste offene Kunsteisfläche Europas ist, fünf Nachwuchstalente, Kader genannt, aus dem Sportgymnasium und der Sportsekundarschule. Nebenbei leitet sie noch einen Clubkurs für Pirouetten.

«Ich habe schon als Kind im Dolder trainiert. Gleich wie damals haben immer noch viele Mädchen den Wunsch, Eisprinzessin zu werden», sagt Denise Biellmann. Mit 13 Jahren war sie die unangefochtene Supereisprinzessin, denn sie war weltweit die einzige Eiskunstläuferin, die alle fünf klassischen Sprünge dreifach beherrschte. Damals gelang dies nur den Männern, die Olympiagold, -silber und -bronze gewonnen hatten. 1981 wurde sie mit 18 Jahren Welt- und Europameisterin. Später gewann sie als Profi elf Mal den Weltmeistertitel. Sie ist deshalb ein mit Roger Federer vergleichbares Ausnahmetalent. Im März 2014 wurde sie als erste Schweizerin in die «World Figure Skating Hall of Fame» aufgenommen.

0317 gesellschaft denise biellmann portraitDenise Biellmann unterrichtet auf der Kunsteisbahn Dolder Sports Nachwuchstalente.

Das Auffallendste im Vergleich zu damals seien die bedeutend leichteren Eislaufschuhe heute. «Das macht bei den Sprüngen einen grossen Unterschied aus.» Die Anforderungen seien jedoch gleich geblieben, die Technik habe sich nicht sehr verändert. «Grössere Begabungen beim Nachwuchs als früher kann ich allgemein nicht erkennen. Im Gegenteil: Die Jugendlichen sind heute mit den Smartphones stärker abgelenkt, sie scheinen in einem permanenten Stress zu stecken. Sie wollen mehrere Dinge gleichzeitig machen.» Deshalb ermahne sie ihre Schülerinnen immer wieder, sich auf eine Sache zu konzentrieren und innere Ruhe zu finden. «Eiskunstlaufen erfordert vollste Konzentration und deshalb ist es wichtig, dass man vorher etwas zur Ruhe kommt, um den Fokus ganz aufs Eislaufen richten zu können», sagt die Trainerin.

Wer die 54-jährige Biellmann auf dem Eis laufen sieht, hat zuerst Zweifel. Ist sie es wirklich? Denn ihre Silhouette ist nicht zu unterscheiden von jenen ihrer Schülerinnen. «Ich habe Glück, dass ich im Gegensatz zu vielen ehemaligen Spitzensportlern keine schmerzhaften Abnützungserscheinungen habe. Ich trainiere immer noch täglich mit Freude. Das liegt wohl an den Genen, die ich von meiner Mutter geerbt habe. Mit über 85 Jahren ist sie noch sehr gut in Schuss.»

Mit den Nachwuchstalenten im Dolder trainieren zu können, ist für Biellmann ein Privileg. «Wir haben hier den ganzen Tag ein Trainingsfeld zur Verfügung. Und die Lage ist einmalig schön, bei Sonnenschein mit einer Ferienstimmung wie in einem Kurort.»

Grosses Bild: Denise Biellmann (rechts) nimmt ihre Schülerinnen an die Hand. Fotos: DBFP

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