Frau mit Überblick

Vera Kupper ist in der Stadt gerne mit dem Velo unterwegs.Die Mehrfamilienhäuser an der Toblerstrasse sind Anfang 2018 bezugsbereit.

Vera Kupper Staub ist Vizepräsidentin der Eidgenössischen Oberaufsicht für Berufliche Vorsorge, amtet als CVP-Präsidentin der Kreise 7 und 8 und wohnt mit ihrer Familie in Hottingen.

Sie beherrscht, was wenige können: Die Komplexität der zweiten Säule, der beruflichen Vorsorge, in einfachen Worten zu vermitteln. Das staatlich verordnete Zwangssparen sei notwendig, weil die Mehrheit der Menschen nicht rechtzeitig für ihr Alter vorsorgen, erklärt Vera Kupper. Die 50-jährige Mutter zweier Töchter (15 und 17) arbeitete von 2000 bis 2011 bei der Pensionskasse der Stadt Zürich, die letzten sechs Jahre als Anlagechefin. 2012 wurde sie vom Bundesrat zur Vizepräsidentin der Eidgenössischen Oberaufsicht für die Berufliche Vorsorge bestimmt, die unter anderem neun regionale Aufsichtsbehörden überwacht, was eine typisch helvetische Lösung ist. Für Vera Kupper gilt es deshalb, den Mittelweg zwischen Effizienz und föderalistischen Ansprüchen zu finden. In den 1790 Pensionskassen werden heute um die 990 Milliarden Franken verwaltet.

Spannende Abstimmung

Die grosse Herausforderung für die Pensionskassen sei der gesetzlich fixierte Umwandlungssatz (Prozentsatz des angesparten Kapitals, welcher als Jahresrente ausbezahlt wird). Pro Woche verbringt die Expertin im Schnitt einen Tag in Bern bei der Oberaufsicht. Das 40-Prozent-Pensum ermöglicht ihr auch ein Engagement für die CVP der Stadt und des Kantons Zürich. Seit 2011 amtet sie als Parteipräsidentin von Fluntern, Hottingen, Seefeld und Hirslanden. «Politik interessierte mich schon immer. Die Demokratie lebt davon, dass man sich politisch engagiert.» Zudem habe Sie Freude an Menschen, am Austausch, am gemeinsamen Erarbeiten. Als Beispiel nennt sie die Abstimmung über die Reform der Altersvorsorge 2020 am 24. September. «Die Auseinandersetzung damit ist spannend. Die Vorlage hat suboptimale Elemente, sie ist ein Kompromiss, aber dennoch die wohl beste zurzeit mögliche Lösung. Die Reform ermöglicht flexiblere Pensionierungen und stellt die Teilzeit arbeitenden Frauen besser», betont sie. Ein Nein bedeute eben nicht eine bessere Vorlage in ferner Zukunft.

Die promovierte Ökonomin vermag politische und wirtschaftliche Mechanismen aus Distanz in einfache Worte zu fassen, was eine sachliche Vertiefung sehr vereinfacht. Vielleicht war es diese Fähigkeit, die dazu führte, dass Sie für die Cariplo-Stiftung in Mailand empfohlen wurde. Die Stiftung verwaltet aus dem Verkauf einer Bank um die sieben Milliarden Euro und schüttet jedes Jahr um die 150 Millionen Euro für die vier Stiftungszwecke Umwelt, Kunst und Kultur, Forschung und Sozialhilfe aus. Vera Kupper wurde bis 2019 in deren Stiftungsrat und Anlagekommission gewählt, was arbeitsmässig einem Pensum von fünf bis zehn Prozent entspricht. Ihren Ausgleich findet Vera Kupper in der Familie. Ab und zu auch bei einem Spaziergang am Zürichberg. «Die Aussicht ist wunderbar, und da ist man in Hottingen schon etwas neidisch darum.»

Foto: DBFP

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14:30 h | 18. Dezember 2017
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