«Fluntern ist einzigartig»

Architekt David Ettlinger ist im Hinblick auf die Entwicklung der Immobilienpreise in Fluntern optimistisch. Das Quartier sei so attraktiv, dass die Nachfrage hoch bleiben werde. Er warnt jedoch vor Dachstockausbauten und Fertiggaragen. Bei einem Verkauf würden diese Investitionen meistens nicht honoriert.
Von links: Thomas Holzer, Heinz Oeschger und Matthias Hürlimann im Architekturbüro Oeschger.David Ettlinger hinter einem Modell in seinem Büro an der Neuhausstrasse.

David Ettlinger ist nicht dem allgemeinen Trend gefolgt. Für seine Lomo AG, die von der Beratung über die Planung bis zum Bau die ganze Architekturpalette anbietet, wählte er kein Loftbüro in Zürich West, kein umfunktioniertes Fabrikgebäude, keine bekannte Adresse in der Innenstadt – er entschied sich für Neuhausstrasse in Fluntern. «Diese Ruhe hier und die Nähe zu unseren Kunden hat viele Vorteile», sagt der Architekt, der in Hottingen wohnt.

In Fluntern ist besonders gut sichtbar, dass Liegenschaften aus den 1950er- bis 1980er-Jahren renovierungsbedürftig sind und teilweise bereits Neubauten – vor allem an der Toblerstrasse – weichen mussten. «Das braucht oft emotionsfreie Entscheide», sagt Ettlinger. Bei einem Neubau könne das Potenzial des Grundstücks optimal ausgenützt werden, was bei einer Sanierung nicht der Fall sei. Und nicht jede Investition ist eine Wertvermehrung. «Ein Dachstockausbau wird bei einem späteren Verkauf oft nicht bezahlt», sagt der Architekt. Und eine Fertiggarage im Garten sei oft die schlechtere Lösung, als das Auto auf der Strasse zu parkieren. Ettlinger, der 2002 sein Studium an der ETH Zürich abgeschlossen hat, betont, dass jede Immobilie ein «Fall für sich» sei und individuell beurteilt werden müsse.

Spitzenpreis

Laut Präsidialdepartment der Stadt Zürich steht der Zürichberg, gleich nach der Innenstadt, bei den Immobilienpreisen an der Spitze. 2014 lag der Medianpreis bei 12 100 Franken pro Quadratmeter Wohnfläche, 100 Franken weniger als im Kreis 1. Im vergangenen Jahr sind im Schweizer Schnitt die Preise der Einfamilienhäuser um 0,7 und jene der Eigentumswohnungen um 4,6 Prozent angestiegen. David Ettlinger bleibt mit Blick auf Fluntern optimistisch. «Dieses Quartier ist einzigartig und wird deshalb weiterhin begehrt sein.» Deshalb seien die Bewertungsmodelle keine zuverlässigen Indikatoren. «Bei jeder Immobilie muss das Potenzial genau betrachtetwerden, die Quadratmeterzahlen von Wohn- und Grundstückfläche allein geben keinen genügenden Aufschluss. Das gilt auch für Häuser im Stockwerkeigentum. Denn die Verdichtung im Quartier nimmt stark zu.» Wer verkaufen möchte, sollte laut Ettlinger für das Geschäft mit 18 Monaten rechnen. «Eine sorgfältige Planung ist ganz entscheidend, um den angestrebten Verkaufspreis erzielen zu können», sagt der Fachmann. Für 2017 sind nach wie vor Bevölkerungswachstum, tiefe Hypothekarzinsen und fehlende Anlagealternativen Preistreiber für Immobilien. Hinzu kommt, dass die Immobilienpreise in Fluntern, gemessen an der Kaufkraft, tiefer liegen als zum Beispiel in München oder Mailand.

Foto: zVg

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