Die Botschafterin der Zürcher Wirtschaft

Regula SagerFDP-Nationalrätin Regine Sauter: «Das Soziale liegt mir am Herzen.» Foto: zVg

FDP-Nationalrätin Regine Sauter wohnt seit 1999 in Fluntern und engagiert sich als Direktorin der Zürcher Handelskammer auf kantonaler und nationaler Ebene für den Wirtschaftsstandort Zürich.

«Fluntern ist mein Zuhause, ich fühle mich hier sehr wohl. Wenn ich in meine Strasse einbiege, fällt mir auch heute noch die Ruhe dieses Wohnquartiers auf.» Regine Sauter zog vor 18 Jahren von Bern nach Fluntern und lebt seither an der gleichen Adresse. Damals arbeitete sie nach Studium und Promotion in St. Gallen (Staatswissenschaften) in Bern bei einer Agentur für Kommunikationsberatung. Zuvor war sie beim Generalsekretariat der FDP Schweiz als Politische Sekretärin mit den Schwerpunkten Sozial- und Gesundheitspolitik tätig. Nach Zürich zog sie, weil sie Informationsbeauftragte der Direktion für Soziales und Sicherheit des Kantons Zürich wurde. Später übernahm sie die Leitung des Departementsstabs Soziales der Stadt Winterthur.

«Nicht gottgegeben»

Seit 2012 wirkt die 51-Jährige als Direktorin der Zürcher Handelskammer an der Löwenstrasse, mitten in der Urbanität, die sie liebt. «Ich mag die Lebendigkeit einer Grossstadt.» Als Direktorin der Handelskammer, die als Verein organisiert ist, bündelt sie die Interessen der Wirtschaft, um sie gegenüber der Öffentlichkeit mit einer Stimme zu vertreten. Dabei besteht das Ziel darin, die Standortvorteile zu bewahren und auch zu verbessern. «Zürich profitiert dank Forschungseinrichtungen wie ETH oder Universität von einem innovativen Klima, was wiederum Magnetwirkung erzeugt. Diese Kultur der Innovation führt auch zu Spin-offs, von denen anschliessend viele sehr erfolgreich sind», sagt Regine Sauter. Als weitere Pluspunkte Zürichs fügt sie an: die Lage imZentrumEuropas, derinternational ausgerichtete Flughafen, die hohe Lebensqualität. «Aber das ist nicht gottgegeben», warnt sie. Die bisher guten Rahmenbedingungen seien zunehmend gefährdet, zum Beispiel durch die Annahme der Initiative gegen die Masseneinwanderung im Februar 2014 oder die Ablehnung der Unternehmenssteuerreform III vergangenen Februar. «Unternehmen wollen Sicherheit, das ist ein entscheidender Faktor für die Standortswahl. In Zürich kommt hinzu, dass der Formalismus zulasten der Wirtschaftsfreundlichkeit zunimmt.» Die Zürcher Handelskammer bietet neben der Interessenvertretung für exportierende Unternehmen auch die Beglaubigungen des Schweizer Ursprungs an. «Wir beglaubigen pro Jahr über 50 000 Dokumente.» Die dritte Dienstleitung der Organisation ist die Schiedsgerichtsbarkeit, die auch ausländische Unternehmen schätzen. Oft wird in Verträgen zur Streitbeilegung ein Schiedsverfahren und als Schiedsort Zürich vereinbart, weil dadurch Diskretion, Effizienz und kurze Verfahrensdauer gewährleistet werden. 2015 wurde Regine Sauter – nachdem sie elf Jahre im Zürcher Kantonsrat gewirkt hatte – in den Nationalrat gewählt, wo sie der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit angehört. «Das Soziale liegt mir am Herzen, ebenso wie die Wirtschaft. Oft wird zu wenig berücksichtigt, dass nur eine starke Wirtschaft soziale Sicherheit ermöglicht», gibt sie zu bedenken. Regine Sauter sitzt zudem in mehreren Stiftungs- und Beiräten und ist Verwaltungsrätin der Opernhaus Zürich AG. Ihren Ausgleich zu ihrem «fast 200-Prozent-Pensum» findet sie in der Kultur und – ab und zu – in den Ferien in Italien.

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14:30 h | 18. Dezember 2017
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