Else Lasker-Schüler in Fluntern

Wenn die Wände der Alten Kirche Fluntern sprechen könnten, dann würde mich eine Sache ganz besonders brennend interessieren ...

Wenn die Wände der Alten Kirche Fluntern sprechen könnten, dann würde mich eine Sache ganz besonders brennend interessieren. Wie war das damals in den 1930er-Jahren als die Kirche für einige Jahre ein Tanz-Studio war? In dieser Zeit wurde in der Kirche nicht nur getanzt, es traten ab und zu auch Autorinnen und Autoren auf, die aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Zürich geflohen waren. Im Sommer 1933 wurde beispielsweise die deutsch-jüdische Dichterin Else Lasker-Schüler in die Alte Kirche eingeladen. Ich versuche, es mir vorzustellen: Was für Leute kamen damals wohl nach Fluntern, um Lasker-Schüler zuhören? Mit welcher Stimme, mit welcher Mimik, in welcher Atmosphäre sprach die Dichterin zu ihrem Publikum?

Else Lasker-Schüler beherrschte die Kunst, sich selbst und ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in vergangene Zeiten und fremde Kontexte zu versetzen. Mit manchen von ihren Gedichten gelingt ihr dies vielleicht sogar heute noch. Im kommenden Gottesdienst in der Reihe «Musik & Poesie» wird Barbara Fischer einige Gedichte von Else Lasker-Schüler lesen. Andreas Wildi spielt dazu Werke von Schumann, Schubert und Brahms. Der Gottesdienst beginnt am Samstag, den 27. Januar, um 18.00 Uhr in der Alten Kirche Fluntern.

Tanja Oldenhage

Foto: zVg

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