Der Weisse Sonntag

In der alten Kirche, als der christliche Glaube noch lebensgefährlich war, empfingen die Gläubigen erst als Erwachsene die Taufe – dies nach einer oft jahrelangen Vorbereitungszeit. Während der sich über Stunden hinziehenden Osternachtfeier stiegen sie ins Taufbecken, wo sie ganz untertauchten. Danach zogen sie das neue weisse Kleid an. Es symbolisierte den Neuanfang des Lebens als Christ und Christin. Diese Tunika trugen sie während der ganzen folgenden Woche und waren für alle als Neugetaufte erkennbar. In diesem Kleid nahmen sie dann auch am Sonntag darauf erstmals als vollwertige Gemeindemitglieder am Gottesdienst teil und durften auch zum Altar treten und die sakramentalen Gaben von Brot und Wein empfangen. Von daher trägt der Sonntag nach Ostern den Namen „Weisser Sonntag“. In der katholischen Kirche ist er bis heute das bevorzugte Datum für die Erstkommunion. Gegen Ende der dritten Klasse essen die Kinder nach einem Jahr der Vorbereitung erstmals vom heiligen Brot. Für die allermeisten Kinder ist es die grösste religiöse Erfahrung ihrer Kindheit. Sie sind noch jung genug, um offen zu sein für das Heilige, und schon gross genug, um etwas davon zu verstehen. Das Foto stammt aus dem Jahr 2011. Am 8. April ist es für 18 Kinder so weit.

Gisela Tschudin

Foto: zVg.

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18:00 h | 2. August 2018
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